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Methoden
Simulations-Modell

 

Aufbau von Probe und Spitze
Kräfte und Potentiale
Statische Simulation
Dynamische Simulation


Dynamische Simulation

Neben den statischen (zeitunabhängigen) Simulationen ermöglicht die SCIFI-Software auch dynamische (zeitabhängige) Simulationen, sogenannte molecular dynamics - Simulationen (MD). Dabei wird nicht mehr die Gesamtenergie des Systems minimiert, sondern mittels numerischer Methoden die Bewegungsgleichung der einzelnen Atome gelöst. Die statische Relaxation entspricht einem LT-AFM (low temperature atomic force microscope) nahe dem absoluten Temperatur-Nullpunkt, während mittels MD ein AFM bei beliebigen Temperaturen simuliert werden kann.
Temperaturen über dem Nullpunkt bedeuten, dass das einzelne Atom nicht nur eine potentielle sondern auch eine kinetische Energie hat und zwar in Form von Gitterschwingungen. Jedes Atom hat also zu jedem Zeitpunkt eine ganz bestimmte Geschwindigkeit. Es lässt sich somit eine Bewegungsgleichung in Form eines Gleichungssystems von 6N linearen Differentialgleichungen aufstellen. Diese können aber nicht entkoppelt werden, womit es für dieses Problem keine geschlossene Lösung gibt.
Es können aber die Methoden der statistischen Mechanik angewendet werden. Spitze und Probe werden als Mikrokanonisches (N, V und E sind konstant) resp. Kanonisches Ensemble (N, V und T sind konstant, was mittels ans Ensemble gekoppeltem Thermostat erreicht wird) betrachtet. Solche Systeme können beispielsweise mittels Zustandssummen statistisch korrekt dargestellt werden.

Die hier benutzte SCIFI-Software benutzt zur Berechnung der Trajektorien der einzelnen Atome numerische Integrationsmethoden. Es stehen folgende MD-Algorithmen zur Auswahl:

  • NVE (Mikrokanonisches Ensemble) nach Verlet Leapfrog
  • NVT (Kanonisches Ensemble) mit Berendsen Thermostat
  • NVT (Kanonisches Ensemble) mit Gauss-Thermostat
  • NVT (Kanonisches Ensemble) mit Nose-Hoover-Thermostat

In den vorliegenden Simulationen wurde ausschliesslich der NVT - Algorithmus mit Berendsen Thermostat verwendet. Die einzelnen Modelle zu diesen Algorithmen sind im Manual detailliert beschrieben. Die Theorie der Simulationsmodelle wird auch in der Dissertation von Abduxukur Abdurixit, Institut für Physik, Universität Basel, detailliert beschrieben (siehe unten).
Die Ausgabe der dynamischen Simulation besteht aus den Trajektorien der Atome, der kinetischen und potentiellen Energie des Systems sowie den Temperaturen von Spitze und Probe.

Anmerkung:
Bei den dynamischen Simulationen wurde aus Performance-Gründen auf die Polarisierbarkeit der einzelnen Atome verzichtet. Es gibt also keine gegeneinander bewegliche Kern- und Hüllenladungen, sondern die Summe aus positiven und negativen Ladungen wird auf den Kern konzentriert (siehe auch Kräfte und Potentiale).


Literatur:

Molecular dynamics simulations of noncontact atomic force microscopy and of relevant silicon systems
Abduxukur Abdurixit, Institut für Physik, Universität Basel
Diss. phil.-nat., 2000



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